Schloß

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Das Schloß Seerhausen prägte Jahrhunderte lang das Bild von Seerhausen. Es bedurfte vieler Menschenalter, dieses Gemäuer über die Jahrhunderte aufzubauen und zu erhalten. Es bedurfte aber leider nur ein paar Minuten, um unser Wahrzeichen durch einige Fanatiker vernichten zu lassen!

Die urkundlich belegte Ersterwähnung Seerhausens stammt aus dem Jahre 1170. Ein Reinhardus de Serusne wird im Urkundenbuch des Hochstifts Naumburg (Teil I, Magdeburg 1925, S. 273) erwähnt. Zu dieser Zeit wird es schon die erste Anlage von Seerhausen gegeben haben. Duch seine Lage direkt an der Jahna hat Seerhausen schon immer eine strategisch wichtige Position gehabt. Nach mündlicher Überlieferung hatte das erste Gebäude des Schlosses zwei Etagen aber keine Treppe zum Obergeschoss. So konnte im Notfall der Feind nicht in die obere Etage vordringen. An dieses erste Gebäude wurden im Laufe der Zeit weitere Gebäude angebaut, bis der viereckige Schloßbau mit einer Kantenlänge von 24 Metern geschlossen war. Die dicksten Mauern des Schlosses hatten eine Stärke von drei Metern, so dass man bequem auf der Fensterbank schlafen konnte.

Schloß Seerhausen, Ansicht vom Dorf, bis zum Umbau 1870-74

Im Jahre 1874 wurde ein umfangreicher Umbau des Schlosses und des dazugehörigen Parks fertiggestellt. Aus dem "unwirtlichen Kasten" wurde ein behagliches Schloß gemacht. Der Turm in der Mitte der Front wurde abgebrochen und an der linken Frontseite neu aufgebaut. Neben umfangreichen Umbauten im Innern des Schlosses wurde auch der Wassergraben rund um die Gebäude verfüllt.

Schloß Seerhausen, Ansicht vom Dorf. nach dem Umbau bis zur Sprengung

In diesem baulichen Zustand verblieb das Schloß bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Beim Vorrücken der russischen Truppen aus Richtung Riesa auf Seerhausen wurde das Schloß von einer Granate getroffen. Das Gebäude selbst nahm keinen großen Schaden. Lediglich das Glasdach über dem Schloßhof wurde zerstört. Dies allerdings hatte fatale Folgen für viele wertvolle Kunstgegenstände im Schloß, die zu großen Teilen im Innenhof aufgestellt und aufgehangen waren. Da sich niemand um die Reparatur des Glasdaches kümmerte, wurden durch eindringenden Regen viele wertvolle Kunstgegenstände vernichtet.

Ab Sommer 1945 versuchten Mitarbeiter der Staatlichen Museen des Freistaates Sachsen die Kunstgegenstände aus dem Schloß Seerhausen zu bergen. Augenzeugen berichten, dass einige Wagen mit Bildern und anderen wertvollen Gegenständen nicht Richtung Bahnhof Riesa (und dann nach Dresden) sondern Richtung Oschatz unterwegs waren. Unterlagen über diese Aktionen sind bis heute nicht auffindbar. Es sollen allerdings viele Serhausener in dieser Zeit Möbel, Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus dem Schloß geholt haben.

Eine Vorstellung davon, was die Bewohner des Schlosses zu dieser Zeit durchmachen mussten, vermittelt ein Bericht von Thomas Freiherrn von Fritsch-Seerhausen.

Am 25. März 1949 wurde das Schloß gesprengt. Warum, dazu lesen Sie den Beitrag zur Ausstellung "60 Jahre Schloßsprengung".

Heute erinnert lediglich ein "Grabstein" an das Schloß. Dem Ort und auch dem Park fehlt dieses monumentale Gebäude. Hoffen wir, dass es irgendeinmal wieder an seinem Platz steht.